Sichtbetonklassen

Sichtbetonoberflächen gemäß Merkblatt Sichtbeton

Das „Sichtbeton-Merkblatt“ unterteilt Sichtflächen in vier Sichtbetonklassen.
Das DBV/VDZ-Merkblatt definiert verschiedene Sichtbetonklassen entsprechend der Anforderungen an die jeweilige Sichtbetonoberfläche. Zu jeder Sichtbetonklasse werden Ausführungsbedingungen und Einzelkriterien zur Ergebnisbeurteilung formuliert.

Sichtbetonklassen nach Anforderungen

Tabelle 3.1: Sichtbetonklassen (SB = Sichtbeton) gem. DBV/VDZ-Merkblatt „Sichtbeton" [2.1.1]

Sichtbetonklasse

Beispiel

Beispiel

Kosten

SB1

Betonflächen mit geringen gestalterischen Anforderungen, z. B. Kellerbereiche oder Bereiche mit vorwiegend gewerblicher Nutzung

Sichtbeton Klasse 1 - Beispiel

niedrig

SB2

Betonflächen mit normalen gestalterischen Anforderungen, z. B. Treppenhausbereiche bzw. Nebenräume, Abstellräume

Sichtbeton Klasse 2 Beispiel

mittel

SB3

Betonflächen mit hohen gestalterischen Anforderungen, z. B. Fassaden im Hochbau bzw. Wohnräume, insbesondere Wohnzimmer

Sichtbeton Klasse 3 Beispiel

hoch

SB4

Betonflächen mit besonders hoher gestalterischer Bedeutung, z. B. repräsentative Bauteile im Hochbau

Sichtbeton Klasse 4 Beispiel

sehr hoch

Eine flexible Bauteil- bzw. Raumbewertung soll erhalten bleiben. So weist üblicherweise ein normaler Kellerraum eine geringere Wertigkeit auf als ein Wohnraum bzw. eine Hotel-Eingangshalle.

3.1.1.1.1 Sichtbetonklasse SB1 gem. DBV/VDZ-Merkblatt „Sichtbeton“ Tab.1, 2 + 3,

Fassung Juni 2015 [2.1.1]

Tabelle 3.2: SB1-Betonflächen mit geringen gestalterischen Anforderungen

Kriterium

SB 1: Anforderungen / Eigenschaft

Hinweis

1.

T1

Textur

- geschlossene Zementleim- bzw. Mörtelbetonfläche

weitgehend

- in den Schalelementstößen ausgetretener Zementleim /

Feinmörtel Breite bis ca. 20 mm und Tiefe ca. 10 mm

zulässig

- Rahmenabdruck des Schalungselements

zulässig

2.

P1

Porigkeit

- saugende Schalhaut:

max. Porenanteil in mm²

(ca. 1,2 % der Prüffläche)

< ca. 3000

- nicht saugende Schalhaut:

max. Porenanteil in mm²

< ca. 3000

3.

FT1

Farbton-

gleichmäßigkeit

- saugende und nicht saugende Schalhaut:

- Hell-/Dunkelverfärbungen

zulässig

- Rost- und Schmutzflecken

unzulässig

4.

E1

Ebenheit

gemäß DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 5: „nichtflächenfertige“

Wände und Unterseiten von Rohdecken: 10 mm/1 m

siehe Hinweis Kap. 2.5

5.

AF1

Arbeitsfugen

und

Schalungsstöße

Versatz der Flächen im Fugen- bzw. Stoßbereich bis ca. 10 mm

zulässig

Feinmörtelaustritt auf dem vorhergehenden

Betonierabschnitt muss rechtzeitig

entfernt werden

- Trapezleiste o. ä.

empfohlen

6.

SHK1

Schalungshaut-

klassen

Bohrlöcher: mit Kunststoff- oder Holzstöpsel oder

mit geeignetem Reparaturverfahren verschließen

zulässig

Nagel-und Schraublöcher

zulässig

Beschädigungen der Schalhaut durch Innenrüttler

zulässig

Kratzer

zulässig

Beton- oder Mörtelreste:

Beton- oder Mörtelreste in Nagellöchern und zwischen

Schalungshaut und Elementkante sind

keine flächige Anhaftung

zulässig

Zementschleier

zulässig

Aufquellen der Schalungshaut in Schraub- bzw. Nagelbereichen oder Welligkeiten an Kantenflächen („Ripplings“)

zulässig


Tabelle 3.3: SB 1 – Anforderungen an die Planung und Ausführung in Abhängigkeit von:

SB1

Anforderung

Siehe Anhang „A“

im DBV/VDZ-Merkblatt Sichtbeton, Juni 2015

Hinweis

1

T1

Textur

Aufwand wie bei DIN EN 13670/ DIN 1045-3

üblich

2

P1

Porigkeit

Aufwand wie bei DIN EN 13670/ DIN 1045-3

üblich

3

FT1

Farbtongleichmäßigkeit

Aufwand wie bei DIN EN 13670/ DIN 1045-3

üblich

4

E1

Ebenheit

der

Sichtbeton-

flächen

- Ebenheitsanforderungen nach DIN 18202, Tab. 3, Zeile 5

vereinbaren

- Einmessen der Schalung

erforderlich

- Zusätzliche Toleranzen aus anderen Normen

berücksichtigen

- Maßkoordination bei Verwendung von Schalungen

von verschiedenen Herstellern

vornehmen

- auf steifes Bewehrungsgeflecht achten;

ausreichende Anzahl von Abstandhaltern

berücksichtigen

- Schalungsanker möglichst gleichmäßig anziehen

- Sicherung von Einbauteilen gegen Verschiebung

berücksichtigen

- ausreichend Abstützung des Schalungssystems

berücksichtigen

5

AF1

Arbeitsfugen und

Schalungs-stöße

Aufwand wie bei DIN EN 13670/ DIN 1045

üblich

6

Erprobungen

Erprobungsflächen sind

freigestellt

Begriffsdefinitionen, siehe Sichtbeton Glossar (Kapitel 10), u. a.:

„vereinbaren“: d. h., zwei oder mehrere Personen beschließen, etwas Bestimmtes zu tun

„empfehlen“: d. h., jemandem eine Sache nennen, die für einen bestimmten Zweck geeignet ist

„vorsehen“: d. h., planen, beabsichtigen

„gleichmäßig“: d. h., in gleichen Teilen, Aufteilung, regelmäßig, stetig

„ca.“ ist die Abkürzung für: circa (zirka), lateinisch für: „ungefähr“, „annähernd“,

d. h. geringfügige Überschreitungen sind im Einzelfall zulässig


Tabelle 3.4: SB 1 – Empfehlungen für Planung und Überwachung der Ausführung

Gegenstand

Empfehlungen

Abstimmung im Planungsprozess

gemäß DIN 18331: 2012-09 „Betonarbeiten“

Gliederung der Oberfläche

gemäß DIN 18331: 2012-09 „Betonarbeiten“,

mit geordnetem Schalungsbild

Ausführung und Qualitätssicherung

gemäß DIN EN 13670: 2011-03 „Ausführung von Tragwerken aus Beton“

in Verbindung mit

DIN 1045-3: 2012-03 „Bauausführung – Anwendungsregeln

zu DIN EN 13670


3.1.1.1.2 Sichtbetonklasse SB2, gem. DBV/VDZ-Merkblatt „Sichtbeton“ Tab.1, 2 + 3,

Fassung Juni 2015 [2.1.1]

Tabelle 3.5: SB2-Betonflächen mit normalen gestalterischen Anforderungen

Kriterium

SB 2: Anforderungen

Die beschriebenen Merkmale der Ausführbarkeit

sind bauarttypisch und gelten für Anforderungsklassen

Hinweis

1.

T2

Textur

- geschlossene und weitgehend einheitliche Betonfläche

- In den Schalelementstößen ausgetretener Zementleim/

Feinmörtel , Breite bis ca. 10 mm und Tiefe ca. 5 mm

zulässig

- Höhe verbleibender Grate bis ca. 5 mm

zulässig

- Rahmenabdruck des Schalelements

zugelassen

2.

Porigkeit

- Porenanteil mit Porendurchmessern d in den Grenzen

2 mm < d < 15 mm

gemessen an einer repräsentativen Prüffläche

von 500 mm x 500 mm

P2

- saugende Schalhaut: max. Porenanteil in mm²

(ca. 0,9 % der Prüffläche)

ca. 2.250

P1

- nicht saugende Schalhaut: max. Porenanteil in mm²

ca. 3.000

3.

FT2

Farbton-gleichmäßigkeit

Saugende und nicht saugende Schalhaut

- Gleichmäßige, großflächige Hell-/ Dunkelverfärbungen

in der Flächenfärbung sind

zulässig

- Schmutzflecken sind

unzulässig

- Unterschiedliche Arten und Vorbehandlungen der Schalungs-

haut sowie Betonausgangsstoffe verschiedener Art und

Herkunft sind

unzulässig

4.

E1

Ebenheit

- gemäß DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 5: „nichtflächenfertige“

Wände und Unterseiten von Decken: 5 mm/1 m

siehe Hinweis Kap. 2.5

5.

AF 2

Arbeitsfugen

und

Schalungsstöße

- Versatz der Flächen im Fugen- bzw. Stoßbereich bis ca. 10 mm

zulässig

- Feinmörtelaustritt auf dem vorhergehenden Betonierabschnitt

sollte rechtzeitig

entfernt werden

- In Arbeitsfugen werden Trapezleisten o. ä.

empfohlen

6.

SHK2

Schalungshaut-klassen

1) Bohrlöcher als Reparaturstellen

zulässig

2) Nagel-und Schraublöcher, ohne Absplitterungen

zulässig

3) Beschädigungen der Schalhaut durch Innenrüttler [3]

nicht zulässig

4) Kratzer („leichte“) bis 1 mm [6],

sonst als Reparaturstellen [2]

zulässig

zulässig

5) Beton- oder Mörtelreste [7]

nicht zulässig

6) Zementschleier

zulässig

7) Aufquellen der Schalungshaut in Schraub- bzw. Nagel-

bereichen oder Welligkeiten an Kantenflächen („Ripplings“)

zulässig


[2] Reparaturen an der Schalungshaut sind sach- und fachgerecht durch qualifiziertes Personal vorzunehmen.

[3] als Reparaturstellen [2] in Abstimmung mit dem Auftraggeber zulässig

[6] siehe auch GSV-Merkblatt Mietschalung, Güteschutzverband Betonschalungen e.V., Ratingen

[7] Beton- oder Mörtelreste in Nagellöchern und zwischen Schalungshaut und Elementkante sind zulässig.

Erfahrungen zeigen, dass Auftraggeber häufig größere Toleranzen der Merkmale einer Schalungshaut zulassen. Soweit von den Fußnoten 3 und 4 dieser Tabelle Gebrauch gemacht wird, ist eine Absprache oder Abstimmung mit dem Auftraggeber erforderlich. Diese sollte spätestens im Angebotsstadium getroffen werden bzw. erfolgen.

Die Tabelle enthält einen Widerspruch zum Thema „Farbtongleichmäßigkeit“, da im DBV/VDZ-Merkblatt „Sichtbeton“ im Abs. 5.1.2 (Ausgabe 2004/2015) zu finden ist:

„gleichmäßiger Farbton aller Ansichtsflächen – technisch nicht zielsicher herstellbare Anforderungen“

Begriffsdefinitionen, siehe Sichtbeton Glossar (Kapitel 10), u. a.:

„vereinbaren“: d. h., zwei oder mehrere Personen beschließen, etwas Bestimmtes zu tun

„empfehlen“: d. h., jemandem eine Sache nennen, die für einen bestimmten Zweck geeignet ist

„vorsehen“: d. h., planen, beabsichtigen

„gleichmäßig“: d. h., in gleichen Teilen, Aufteilung, regelmäßig, stetig

„ca.“ ist die Abkürzung für: circa (zirka), lateinisch für: „ungefähr“, „annähernd“,

d. h. geringfügige Überschreitungen sind im Einzelfall zulässig


Tabelle 3.6: SB 2 – Anforderungen an die Planung und Ausführung in Abhängigkeit von:

SB2

Anforderungen

Siehe Anhang „A“

im DBV/VDZ-Merkblatt Sichtbeton, Juni 2015

Hinweis

1

T2

Textur

wie Klasse T1, zusätzlich, d.,h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

- Wechsel der Betonzusammensetzung bzw.

der Betonausgangsstoffe

ausschließen

- Schalungssystem mit geringer Fertigungstoleranzen

wählen

- Abdichtung der Schalungsstöße

vereinbaren

- Schalungseinlagen

vereinbaren

- Schalungsanker möglichst gleichmäßig fest anziehen

- fachgerechte Lagerung der Schalung

vorsehen

- möglichst gleichalte Schalungshautplatten

verwenden

- bauseits geschnittene Kanten der Schalungsplatten sind

zu versiegeln

2

P2

Porigkeit

wie Klasse P1, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Betonsorte, Trennmittel und Schalungshaut aufeinander

abstimmen

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

3

FT2

Farbton-

gleich-

mäßigkeit

wie Klasse FT1, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Betonsorte, Trennmittel und Schalungshaut aufeinander

abstimmen

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Bei nebeneinanderliegenden Bauteilen Schalung mit gleicher

Einsatzhäufigkeit

verwenden

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

- Schalung fachgerecht lagern, dabei UV-Einwirkung

vermeiden

- Wechsel der Betonzusammensetzung bzw. der

Betonausgangsstoffe

ausschließen

- Verwendung von Restwasser und Restbeton

ausschließen

- Mischdauer des Betons im Werk je Charge mindestens

60 Sekunden

- Lieferung für zusammenhängende Bauteile jeweils nur

aus einer Produktionsstätte (Lieferwerk)

Lieferwerk

4

E1

Ebenheit

der

Sichtbeton-

flächen

- Ebenheitsanforderungen nach DIN 18202, Tab. 3, Zeile 5

vereinbaren

- Einmessen der Schalung

erforderlich

- Zusätzliche Toleranzen aus anderen Normen

berücksichtigen

- Maßkoordination bei Verwendung von Schalungen

von verschiedenen Herstellern

vornehmen

- auf steifes Bewehrungsgeflecht achten;

ausreichende Anzahl von Abstandhaltern

berücksichtigen

- Schalungsanker möglichst gleichmäßig anziehen

- Sicherung von Einbauteilen gegen Verschiebung

berücksichtigen

- ausreichend Abstützung des Schalungssystems

berücksichtigen

5

AF2

Arbeitsfugen und

Schalungs-stöße

Wie Klasse AF1, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Feinmörtelaustritt aus dem vorgehenden Betonierabschnitt

entfernen

6

Erprobungen

Zur Abstimmung Schalung, Trennmittel, Beton, Einbau und Verdichtung werden Erprobungen

Tests an Prüfschalungen sind zweckdienlich.

empfohlen

Tabelle 3.7: SB 2 – Empfehlungen für Planung und Überwachung der Ausführung

Gegenstand

Empfehlungen

Abstimmung im Planungsprozess

Zusätzlich Sichtbetonteam

nach Abschnitt 6.5 (im DBV-Merkblatt-Sichtbeton)

zur planerischen Abstimmung der Haustechnik,

der Bewehrung und der Einbauteile auf die Betonierbarkeit

Gliederung der Oberfläche

gemäß DIN 18331: 2012-09 „Betonarbeiten“

mit geordnetem Schalungsbild

Ausführung und Qualitätssicherung

Zusätzlich Schalungsvorbereitung durch den Unternehmer


3.1.1.1.3 Sichtbetonklasse SB3, gem. DBV/VDZ-Merkblatt „Sichtbeton“ Tab. 1, 2 + 3

Fassung Juni 2015 [2.1.1]

Tabelle 3.8: SB3 - Betonflächen mit hohen gestalterischen Anforderungen

Kriterium

SB3: Anforderungen

Die beschriebenen Merkmale der Ausführbarkeit

sind bauarttypisch und gelten für Anforderungsklassen

Hinweis

1.

T2

Textur

- geschlossene und weitgehend einheitliche Betonfläche

- In den Schalelementstößen ausgetretener Zementleim/

Feinmörtel Breite bis ca. 10 mm und Tiefe ca. 5 mm

zulässig

- Versatz der Elementstöße bis ca. 5 mm

zulässig

- Höhe verbleibender Grate bis ca. 5 mm

zulässig

- Rahmenabdruck des Schalelements

zugelassen

2.

Porigkeit

P3

- saugende Schalhaut : max. Porenanteil in mm²

(ca. 0,6 % der Prüffläche)

ca. 1.500

P2

- nicht saugende Schalhaut: max. Porenanteil in mm²

(ca. 0,9 % der Prüffläche)

ca. 2.250

3.

FT2

Farbton-

gleichmäßigkeit

- gleichmäßige, großflächige Hell-/Dunkelverfärbungen in der

Flächenfärbung sind

zulässig

- Schmutzflecken sind

unzulässig

- Unterschiedliche Arten und Vorbehandlung der Schalungs-

haut sowie Betonausgangsstoffe verschiedener Art und

Herkunft sind

unzulässig

4.

E2

Ebenheit

- gemäß DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 6:

Flächenfertige Wände und Decken: 5 mm/1 m

siehe Hinweis Kap. 2.5

5.

AF 3

Arbeitsfugen

und

Schalungsstöße

- Versatz der Flächen im Fugen- bzw. Stoßbereich bis ca. 5 mm

zulässig

- Feinmörtelaustritt auf dem vorhergehenden

Betonierabschnitt sollte rechtzeitig

entfernt werden

- in Arbeitsfugen werden Trapezleisten o. ä.

empfohlen

6.

SHK2

Schalungshautklassen

1) Bohrlöcher als Reparaturstellen

zulässig

2) Nagel-und Schraublöcher, ohne Absplitterungen

nicht zulässig

3) Beschädigungen der Schalhaut durch Innenrüttler [3]

zulässig

4) Kratzer als Reparaturstellen [2]

zulässig

5) Beton- oder Mörtelreste [7]

nicht zulässig

6) Zementschleier

zulässig

7) Aufquellen der Schalungshaut in Schraub- bzw. Nagel-

bereichen oder Welligkeiten an Kantenflächen („Ripplings“)

nicht zulässig

[4] [5]


[2] Reparaturen an der Schalungshaut sind sach- und fachgerecht durch qualifiziertes Personal vorzunehmen.

[3] als Reparaturstellen [2] in Abstimmung mit dem Auftraggeber zulässig

[4] nach Absprache mit dem Auftraggeber zulässig

[5] zu tolerieren sind werkstoffbedingte Dickentoleranzen im Kantenbereich

[6] siehe auch GSV-Merkblatt Mietschalung, Güteschutzverband Betonschalungen e.V., Ratingen

[7] Beton- oder Mörtelreste in Nagellöchern und zwischen Schalungshaut und Elementkante sind zulässig.

Erfahrungen [des DBV/VDZ] zeigen, dass Auftraggeber häufig größere Toleranzen der Merkmale einer Schalungshaut zulassen.

Soweit von den Fußnoten 3 und 4 dieser Tabelle Gebrauch gemacht wird, ist eine Absprache oder Abstimmung mit dem Auftraggeber erforderlich. Diese sollte spätestens im Angebotsstadium getroffen werden bzw. erfolgen.

Meine Erfahrungen zeigen, dass Auftraggeber nicht größere Toleranzen der Merkmale einer Schalungshaut zulassen.

Die Tabelle enthält einen Widerspruch zum Thema „Farbtongleichmäßigkeit“, da im DBV/VDZ-Merkblatt Sichtbeton im Abs. 5.1.2 (Ausgabe 2004/2015) zu finden ist:

„gleichmäßiger Farbton aller Ansichtsflächen – technisch nicht zielsicher herstellbare Anforderungen“

Begriffsdefinitionen, siehe Sichtbeton Glossar (Kapitel 10), u. a.:

„vereinbaren“: d. h., zwei oder mehrere Personen beschließen, etwas Bestimmtes zu tun

„empfehlen“: d. h., jemandem eine Sache nennen, die für einen bestimmten Zweck geeignet ist

„vorsehen“: d. h., planen, beabsichtigen

„gleichmäßig“: d. h., in gleichen Teilen, Aufteilung, regelmäßig, stetig

„ca.“ ist die Abkürzung für: circa (zirka), lateinisch für: „ungefähr“, „annähernd“,

d. h. geringfügige Überschreitungen sind im Einzelfall zulässig

Tabelle 3.9: SB 3 – Anforderungen an die Planung und Ausführung in Abhängigkeit von:

SB3

Anforderungen

Siehe Anhang „A“

im DBV/VDZ-Merkblatt Sichtbeton, Juni 2015

Hinweis

1

T2

Textur

Wie Klasse T1, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

- Wechsel der Betonzusammensetzung bzw.

der Betonausgangsstoffe

ausschließen

- Schalungssystem mit geringer Fertigungstoleranzen

wählen

- bei Trägerschalung ggf. Befestigung der Platten von Rückseite

vereinbaren

- Abdichtung der Schalhautstöße

vereinbaren

- Schalungseinlagen

vereinbaren

- Schalungsanker möglichst gleichmäßig fest anziehen

- fachgerechte Lagerung der Schalung

vorsehen

- möglichst gleichalte Schalungsplatten

verwenden

2

P3

Porigkeit

Wie Klasse P2, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Betonsorte, Trennmittel und Schalungshaut aufeinander

abstimmen

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

- besondere Sorgfalt beim Betonieren im Bereich von unter-

schnittenen Schalungen, Deckenschalungen, horizontalen

Kanten von Leisten und Einbauteilen

erforderlich

- Wechsel der Betonzusammensetzung bzw.

der Betonausgangsstoffe

ausschließen

- Verwendung von Restwasser und Restbeton

ausschließen

- Nachverdichtung der obersten Betonierlage

3

FT2

Farbton-

gleichmäßigkeit

Wie Klasse FT1, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Betonsorte, Trennmittel und Schalhaut aufeinander

abstimmen

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

- Schalung fachgerecht lagern, dabei UV-Einwirkung

ausschließen

- Wechsel der Betonzusammensetzung bzw. der

Betonausgangsstoffe

- Verwendung von Restwasser und Restbeton

ausschließen

- Mischdauer des Betons im Werk je Charge mindestens

60 Sekunden

- Lieferung für zusammenhängende Bauteile jeweils nur

aus einer Produktionsstätte (Lieferwerk)

(Lieferwerk)

4

E2

Ebenheit

der

Sichtbeton-

flächen

Wie Klasse E1, jedoch zusätzlich, d. h.

- Einmessen der Schalung

erforderlich

- Zusätzliche Toleranzen aus anderen Normen

berücksichtigen

- Maßkoordination bei Verwendung von Schalungen

von verschiedenen Herstellern

vornehmen

- auf steifes Bewehrungsgeflecht achten;

ausreichende Anzahl von Abstandhaltern

berücksichtigen

- Schalungsanker möglichst gleichmäßig anziehen

- Sicherung von Einbauteilen gegen Verschiebung

berücksichtigen

- ausreichend Abstützung des Schalungssystems

berücksichtigen

- Ebenheitsanforderungen nach DIN 18202 Tab. 3 Zeile 6:

Flächenfertige Wände und Decken: 5 mm/1 m

vereinbaren

- höhere Anforderungen an die Ebenflächigkeit sind im Vertrag als

Leistungsoption zu

berücksichtigen

- Sorgfältige Lagerung der Schalungshaut

erforderlich

- besondere Regelungen für gekrümmte Schalungen und

Sonderausführungen

treffen

- u. U. begrenzte Einsatzzahl der Schalung

berücksichtigen

- sorgfältige Reinigung der Schalung

erforderlich

- Fertigungstoleranzen des zum Einsatz kommenden

Schalungssystems

berücksichtigen

5

AF3

Arbeitsfugen und

Schalungsstöße

Wie Klasse AF2, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Feinmörtelaustritt aus dem vorgehenden Betonierabschnitt

entfernen

- Schalungssystem mit geringen Fertigungstoleranzen

wählen

6

Erprobungen

Zur Abstimmung Schalung, Trennmittel, Beton, Einbau, Verdichtung, Anker-, Fugen- und Kantenausbildung werden Erprobungen dringend empfohlen ggf. in Verbindung mit Tests an Prüfschalungen.

empfohlen


Tabelle 3.10: SB 3 – Empfehlungen für Planung und Überwachung der Ausführung

Gegenstand

Empfehlungen

Abstimmung im Planungsprozess

Zusätzlich Sichtbetonteam

nach Abschnitt 6.5 (im DBV-Merkblatt-Sichtbeton)

zur planerischen Abstimmung der Haustechnik,

der Bewehrung und der Einbauteile auf die Betonierbarkeit und

Festlegung der schalungstechnischen Details für Fugen, Kanten etc.

Gliederung der Oberfläche

Gliederung nach Skizzen des Planers

Ausführung und Qualitätssicherung

Zusätzlich Schalungsvorbereitung durch den Unternehmer und

sichtbetontechnische Überwachung der Ausführung durch eine

Fachkraft des Unternehmers

3.1.1.1.4 Sichtbetonklasse SB4, gem. DBV/VDZ-Merkblatt „Sichtbeton“ Tab. 1, 2 + 3

Fassung Juni 2015 [2.1.1]

Tabelle 3.11: SB4 - Betonflächen mit besonders hoher gestalterischer Bedeutung

Kriterium

SB 4: Anforderungen

Die beschriebenen Merkmale der Ausführbarkeit

sind bauarttypisch und gelten für Anforderungsklassen

Hinweis

1.

T3

Textur

- glatte, geschlossene und weitgehend einheitliche Betonfläche

- in den Schalelementstößen ausgetretener Zementleim/

Feinmörtel , Breite bis ca. 3 mm

zulässig

- feine, technisch unvermeidbare Grate bis ca. 3 mm

zulässig

- weitere Anforderungen (z. B. an Ankerausbildung, Schalungs-

stöße, Konenverschlüsse) sind detailliert

festzulegen

2.

Porigkeit

P4

- saugende Schalhaut: max. Porenanteil in mm²

(ca. 0,3 % der Prüffläche)

ca. 750

P3

- nicht saugende Schalhaut max. Porenanteil in mm²

(ca. 0,6 % der Prüffläche)

ca. 1500

3.1

FT2

Farbton-

gleichmäßigkeit

nicht saugende Schalhaut :

- gleichmäßige, großflächige Hell-/Dunkelverfärbungen in der

Flächenfärbung sind

zulässig

- Schmutzflecken sind

unzulässig

- Unterschiedliche Arten und Vorbehandlung der Schalungs-

haut sowie Betonausgangsstoffe verschiedener Art und

Herkunft sind

unzulässig

3.2

FT3

Farbton-

gleichmäßigkeit

saugende Schalhaut:

- geringe Hell-/Dunkelverfärbungen, z. B. leichte Wolken-

bildung, geringe Farbtonabweichungen sind

zulässig

- Schmutzflecken,

deutlich sichtbare Schüttlagen sowie

Verfärbungen, verursacht durch die Nichteinhaltung der

Vorgaben aus Anhang A, Tabelle A 3 des DBV-Merkblattes

unzulässig

großflächige Verfärbungen, verursacht

z. B. durch Ausgangsstoffe verschiedener Art und Herkunft,

unterschiedliche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

und ungeeignete Nachbehandlung des Betons sind

unzulässig

4.

E3

Ebenheit

- gemäß DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 6:

Flächenfertige Wände und Decken: 5 mm/1 m

festzulegen

Höhere Anforderungen sind gesondert zu vereinbaren;

dafür erforderliche Aufwendungen und Maßnahmen

sind vom AG detailliert

festzulegen

Höhere Ebenheitsanforderungen, z. B. nach

DIN 18202, Tab. 3, Zeile 7, (3 mm/1 m)

sind technisch nicht zielsicher erfüllbar.

siehe Hinweis Kap. 2.5

5.

AF 4

Arbeitsfugen

und

Schalungsstöße

- Planung der Detailausführung

erforderlich

- Versatz der Flächen im Fugen- bzw. Stoßbereich

bis ca. 3 mm

zulässig

- Feinmörtelaustritt auf dem vorhergehenden Betonier-

abschnitt sollte rechtzeitig entfernt werden.

- Weitere Anforderungen (z. B. Ausbildung von Arbeitsfugen

und Schalungsstöße) sind detailliert

festzulegen

6.

SHK3

Schalungshautklassen

1) Bohrlöcher als Reparaturstellen [3]

nicht zulässig

2) Nagel-und Schraublöcher, ohne Absplitterungen [3]

nicht zulässig

3) Beschädigungen der Schalhaut durch Innenrüttler [3]

nicht zulässig

4) Kratzer als Reparaturstellen [2]

nicht zulässig

5) Beton- oder Mörtelreste [7]

nicht zulässig

6) Zementschleier [4]

nicht zulässig

7) Aufquellen der Schalungshaut in Schraub- bzw. Nagel-

bereichen oder Welligkeiten an Kantenflächen („Ripp-

lings“)[5]

nicht zulässig

[2] Reparaturen an der Schalungshaut sind sach- und fachgerecht durch qualifiziertes Personal vorzunehmen.

[3] als Reparaturstellen [2] in Abstimmung mit dem Auftraggeber zulässig

[4] nach Absprache mit dem Auftraggeber zulässig

[5] zu tolerieren sind werkstoffbedingte Dickentoleranzen im Kantenbereich

[6] siehe auch GSV-Merkblatt Mietschalung, Güteschutzverband Betonschalungen e.V., Ratingen

[7] Beton- oder Mörtelreste in Nagellöchern und zwischen Schalungshaut und Elementkante sind zulässig.

Erfahrungen [des DBV/VDZ] zeigen, dass Auftraggeber häufig größere Toleranzen der Merkmale einer Schalungshaut zulassen.

Soweit von den Fußnoten 3 und 4 dieser Tabelle Gebrauch gemacht wird, ist eine Absprache oder Abstimmung mit dem Auftraggeber erforderlich. Diese sollte spätestens im Angebotsstadium getroffen werden bzw. erfolgen.

Meine Erfahrungen zeigen, dass Auftraggeber nicht größere Toleranzen der Merkmale einer Schalungshaut zulassen.


Tabelle 3.12: SB 4 – Anforderungen an die Planung und Ausführung in Abhängigkeit von:

SB4

Anforderungen

Siehe Anhang „A“

im DBV/VDZ-Merkblatt Sichtbeton Juni 2015

Hinweis

1

T3

Textur

Wie Klasse T2, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

- Wechsel der Betonzusammensetzung bzw.

der Betonausgangsstoffe

ausschließen

- Schalungssystem mit geringer Fertigungstoleranzen

wählen

- bei Trägerschalung ggf. Befestigung der Platten von Rückseite

vereinbaren

- Abdichtung der Schalhautstöße

vereinbaren

- Schalungseinlagen

vereinbaren

- Schalungsanker möglichst gleichmäßig fest anziehen

- fachgerechte Lagerung der Schalung

vorsehen

- möglichst gleichalte Schalungsplatten

verwenden

- Anforderungen bezüglich Schalungsstöße

und Rahmenabdruck sind detailliert

festzulegen

- Detailplanung der Schalung (Abdichtungen, Stöße, Fußpunkt)

notwendig

- Schalung bei Lagerung vor Witterungseinflüssen

schützen

- Schalungssystem mit sehr kleinen Fertigungstoleranzen

(mögliche Einschränkungen bei der Wahl beachten)

wählen

- Versiegelung/Abdichtung der Schnittkanten

vereinbaren

- Kantenschutz der Schalungselemente

vorsehen

- Entwurfsplanung

vereinbaren

- kurze Zeitspanne zwischen Aufstellen der Schalung und dem

Betoneinbau

vereinbaren

- Erstellung von Arbeitsanweisungen

vorsehen

- Vorgaben für die Ausbildung von Arbeitsfugen -

(Trapezleiste, flächenbündige Fugen u. ä.)

definieren

- Fußpunkt: Aufstellen der Schalung auf nichtsaugenden

Schaumstoffstreifen oder Abdichten der Schalung am Wandfuß

- Kantenschutz der ausgeschalten Bauteile

vorsehen

2

P4

Porigkeit

Wie Klasse P3, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Betonsorte, Trennmittel und Schalungshaut aufeinander

abstimmen

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

- besondere Sorgfalt beim Betonieren im Bereich von unter-

schnittenen Schalungen, Deckenschalungen, horizontalen

Kanten von Leisten und Einbauteilen

erforderlich

- Wechsel der Betonzusammensetzung bzw.

der Betonausgangsstoffe

ausschließen

- Verwendung von Restwasser und Restbeton

ausschließen

- Nachverdichtung der obersten Betonierlage

- besondere Sorgfalt beim Betonieren im Bereich von horizontalen

Kanten von Leisten und Einbauteilen

erforderlich

- keine unterschnittenen Schalungen, Deckelschalungen

vorsehen


3

FT3

Farbton-

gleichmäßigkeit

Wie Klasse FT2, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Betonsorte, Trennmittel und Schalhaut aufeinander

abstimmen

- gleiche Art und Vorbehandlung der Schalungshaut

sicherstellen

- Sauberkeit der Schalung und dünnen, gleichmäßigen

Trennmittelauftrag

sicherstellen

- Schalung fachgerecht lagern, dabei UV-Einwirkung

ausschließen

- Wechsel der Betonzusammensetzung bzw. der

Betonausgangsstoffe

- Verwendung von Restwasser und Restbeton

ausschließen

- Mischdauer des Betons im Werk je Charge mindestens

60 Sekunden

- Lieferung für zusammenhängende Bauteile jeweils nur

aus einer Produktionsstätte (Lieferwerk)

(Lieferwerk)

- Bauzeitplanung hat witterungsbedingte Einschränkungen /

Verzögerungen zu

berücksichtigen

- Bauteilgeometrie und Bewehrungsführung sind so zu planen,

dass eine einfache und zügige Betonage möglich ist.
Schütt- und Rüttelöffnungen gleichmäßigen Abständen sind

vom Planer

vorzusehen

- Bewehrungsführung, Schütt- und Rüttelöffnungen sind so zu

planen, dass das Berühren von Schalung und Bewehrung

mit dem lnnenrüttler weitgehend vermieden werden kann.

- Schalungsstöße, Durchbindungen und Aufstandsflächen sind

gegen das Auslaufen von Zementleim abzudichten.

Die Art der Abdichtung ist vom Planer

festzulegen

- Saugverhalten von Leisten etc. dem der Schalungshaut

anpassen

- Betondeckung C,v (Verlegemaß) von mindestens 30 mm

vorsehen

- komplizierte Bauteilgeometrie vermeiden, damit Schalungsanker

gleichmäßig angezogen werden können.

- komplizierte Bauteilgeometrien vermeiden, damit Schalungs-

anker gleichmäßig angezogen werden können.

- kein Betonieren bei starken Regenfällen

- Spülwasserkontrolle vor der Beladung eines jeden Fahrmischers

durchführen

- Einhaltung des Wasserzementwerts auf ± 0,02 genau bzw.

Einhaltung der Ausgangskonsistenz a10 auf ± 20mm genau

- Wahl geeigneter Verfahren zur Vermeidung von Kalkaus-

blühungen an pigmentiertem Beton

4

E3

Ebenheit

der

Sichtbeton-

flächen

Wie Klasse E2, jedoch zusätzlich, d. h.

- Einmessen der Schalung

erforderlich

- Zusätzliche Toleranzen aus anderen Normen

berücksichtigen

- Maßkoordination bei Verwendung von Schalungen

von verschiedenen Herstellern

vornehmen

- auf steifes Bewehrungsgeflecht achten;

ausreichende Anzahl von Abstandhaltern

berücksichtigen

- Schalungsanker möglichst gleichmäßig anziehen

- Sicherung von Einbauteilen gegen Verschiebung

berücksichtigen

- ausreichend Abstützung des Schalungssystems

berücksichtigen

- Ebenheitsanforderungen nach DIN 18 202 Tab. 3 Zeile 6:

Flächenfertige Wände und Decken: 5 mm/1 m

vereinbaren

- höhere Anforderungen an die Ebenflächigkeit sind im Vertrag als

Leistungsoption zu

berücksichtigen

- Sorgfältige Lagerung der Schalungshaut

erforderlich

- besondere Regelungen für gekrümmte Schalungen und

Sonderausführungen

treffen

- u. U. begrenzte Einsatzzahl der Schalung

berücksichtigen

- sorgfältige Reinigung der Schalung

erforderlich

- Fertigungstoleranzen des zum Einsatz kommenden

Schalungssystems

berücksichtigen

- ggf. über Zeile 6 von Tabelle 3 in DIN 18 202 hinausgehende

Ebenheitsanforderungen vertraglich

vereinbaren

- Planung und Festlegung der zum Erreichen von über Zeile 6

von Tabelle 3 in DIN 18202 hinausgehende Ebenheits-

anforderungen durch den Auftraggeber

Planung

- geodätisches Einmessen der Schalung

erforderlich

- Prüfung der Maßtoleranzen und der Ebenflächigkeit

von Schalungshaut und Befestigung vor Ort

überprüfen

- ggf. Detailplanung

notwendig

5

AF4

Arbeitsfugen und

Schalungs-stöße

Wie Klasse AF3, zusätzlich, d. h.

Aufwand wie bei DIN EN 13670 / DIN 1045-3

- Feinmörtelaustritt aus dem vorgehenden Betonierabschnitt

entfernen

- Schalungssystem mit geringen Fertigungstoleranzen

wählen

- detaillierte Festlegung aller Maßnahmen durch den

Planer

6

Erprobungen

Zur Abstimmung Schalung, Trennmittel, Beton, Einbau,

Verdichtung, Anker-, Fugen- und Kantenausbildung sind i. A. mindestens zwei Erprobungen - ggf. in Verbindung mit Tests an Prüfschalungen

erforderlich

Begriffsdefinitionen, siehe Sichtbeton Glossar (Kapitel 10), u. a.:

„vereinbaren“: d. h., zwei oder mehrere Personen beschließen, etwas Bestimmtes zu tun

„empfehlen“: d. h., jemandem eine Sache nennen, die für einen bestimmten Zweck geeignet ist

„vorsehen“: d. h., planen, beabsichtigen

„gleichmäßig“: d. h., in gleichen Teilen, Aufteilung, regelmäßig, stetig

„ca.“ ist die Abkürzung für: circa (zirka), lateinisch für: „ungefähr“, „annähernd“,

d. h. geringfügige Überschreitungen sind im Einzelfall zulässig


Tabelle 3.13: SB 4 – Empfehlungen für Planung und Überwachung der Ausführung

Gegenstand

Empfehlungen

Abstimmung im Planungsprozess

Zusätzlich Sichtbetonteam

nach Abschnitt 6.5 (im DBV-Merkblatt „Sichtbeton“)

zur planerischen Abstimmung der Haustechnik,

der Bewehrung und der Einbauteile auf die Betonierbarkeit und

Festlegung der schalungstechnischen Details für Fugen, Kanten etc.

Gliederung der Oberfläche

Gliederung nach Schalungsmusterplan des Planers

Ausführung und Qualitätssicherung

Zusätzlich Schalungsvorbereitung durch den Unternehmer,

sichtbetontechnische Überwachung der Ausführung durch eine

Fachkraft des Unternehmers und mit sichtbetontechnischem Qualitätssicherungsplan

Hinweis:

Die Anforderungen der Sichtbetonklasse SB4 sind ohne Betonkosmetik kaum zu erfüllen. Daher sollte eine „Betonkosmetik“ bereits in der Planung berücksichtigt und extra ausgeschrieben werden!

Sichtbetonklasse SB 4 nach Betonkosmetik

Bild 3.2: Sichtbetonklasse SB 4, nach Betonkosmetik